8. September 2015

Unsere Erfahrungen mit dem Zusammenschlafen: Familienbett

Als Kinderkrankenschwester bin ich so belehrt worden, dass Kinder ab Babyalter in ihrem eigenen Bett in ihrem eigenen Zimmer zu schlafen haben (Argument: Prävention vom Plötzlichen Kindstod) und wenn sie sich weigern, solle man sie erst mal schreien lassen und ab und sich ab und zu mal blicken lassen, damit das Baby "lernt", dass man ja nicht komplett verschwunden sei und es keinen Grund zum weinen hätte.

Das hatte ich auch so hingenommen und für richtig befunden, schließlich galt dies ja als "Lehrmeinung" Aus heutiger Sicht und mit einigem Abstand aber krampft sich mein Herz förmlich zusammen, wenn ich über diese Praxis schreibe.

Alhamdu lillah haben wir Mütter ja noch unsere Instinkte und so habe ich diese Regeln automatisch nie so ganz strickt eingehalten. Ich habe des öfteren meine Tochter mit ins Schlafzimmer genommen und neben meinem Bett im Wipper schlafen lassen. Es war schon sehr auffällig, wie viel ruhiger sie dann geschlafen hat.

Ich bin dann immer mehr dazu über gegangen, sie bei mir schlafen zu lassen und meinen Sohn auch, weil ich auf das nächtliche "Theater" hatte, das entstand, wenn ich das Kind weinen ließ und immer wieder ins Kinderzimmer rannte.

Wie sehr ich mich von der o.g. "Lehrmeinung" schon entfernt hatte wurde mir klar, als ich im Kindergarten bei Krippenkindeltern mitbekam, dass diese Eltern völlig übermüdet waren, weil sie die ganze Nacht damit beschäftigt waren, ihrer 2jährigen Tochter das Schlafen im elterlichen Bett zu verweigern und sie wieder ins Kinderzimmer zu buchsieren.
Mir tat die Kleine unglaublich leid und ich bin mir sicher, wenn sie es ihr erlaubt hätten, wäre die Nacht viel ruhiger geworden.

Für ein richtiges Familienbett fehlt uns leider der Platz, aber meine Kinder (6 und 9) lieben es bis heute, wenn sie wenigstens in demselben Raum wie ich schlafen dürfen. Beide fragen bis heute danach. Sie bauen dann aus Decken und Kissen ihre Schlafstätte und "campen" dann neben mir.

Nun gibt es ja immer Kritiker, die meinen, man würde seine Kinder zu sehr verwöhnen, sie verziehen etc. Aber mittlerweile kann ich darüber nur den Kopf schütteln.

Wichtig ist doch, eine gute Bindung zu meinen Kindern zu haben, dass es ihnen gut geht und sie gut schlafen. Die Stimmung ist so viel besser und sie schlafen schneller ein als alleine.
Noch besser klappt das Einschlafen sogar, wenn ich mich zu einem Kind direkt mit ins Bett lege. Nach nur wenigen Minuten höre ich neben mir ein zufriedenes Schnorcheln :-)

Es gibt auch Mütter, die dann Angst um ihr eheliches Leben haben, aber die Angst kann ich ihnen nehmen. Der eheliche Verkehr ist weder an die Tageszeit "Nacht" noch an den Ort "Schlafzimmer" gebunden.

Also, liebes Mamis. Öffnet eure Schlafzimmer für eure Kinder. Wenn nicht direkt im selben Bett, dann doch wenigstens in demselben Raum. Ihr werdet die positiven Effekte vermutlich ab der ersten Nacht spüren.
In anderen Ländern ist es übrigens durchaus üblich, dass die ganze Familie in einem Zimmer schläft.

Wie sind eure Erfahrungen damit? Habt ihr vielleicht sogar richtige Familienstätten? Lasst es mich wissen oder gar sehen . Ich freue mich auf eure Kommentare insha Allah. :-)

Willkommen

As salamu alaikum wa rahmatullah wa barakatu.

Insha Allah geht es hier bald los :-)